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Corona, Grippe, Sommergrippe, Erkältung: Wie sind die Symptome?

03.08.2020 12:01

03.08.2020 12:01
Quelle:  Br.de, „Corona, Grippe, Sommergrippe, Erkältung: Wie sind die Symptome?“ Stand: 13.07.2020, https://www.br.de/nachrichten/wissen/corona-grippe-sommergrippe-erkaeltung-wie-sind-die-symptome,RIo3QRL

Die Angst geht um: Wer hustet und schnieft, muss fürchten, sich mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infiziert zu haben. Dabei kursieren auch viele andere Erreger. Wie lassen sich Covid-19, Grippe, Sommergrippe und Erkältung unterscheiden? 

Husten, Schnupfen, Heiserkeit - typische Symptome, die jeder kennt, aber zurzeit besondere Besorgnis erregen: Die Angst, sich mit dem neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 angesteckt zu haben, sitzt tief. Dabei kann man sich auch zahlreiche andere Viren oder Erreger einfangen - zum Beispiel einen der zahlreichen Rhinoviren. 

Symptome der Erkrankung Covid-19

Sommergrippe, Erkältung und Grippe von einer Infektion mit dem Coronavirus zu unterscheiden, ist nicht wirklich einfach und eindeutig. Die Symptome einer Covid-19 Erkrankung können von Mensch zu Mensch ganz unterschiedlich sein. Häufig ähneln sie hierzulande einer harmlosen Erkältung. Die Symptome verschlimmern sich anfangs nur langsam. Zu den möglichen Symptomen gehören: Fieber, Husten, Atemnot, Muskelschmerzen und Müdigkeit - mitunter auch Kopfschmerzen und Durchfall. Nur eine Minderheit erkrankt an einer viralen Lungenentzündung, dem schweren Verlauf von Covid-19. Manche Erkrankten bleiben aber auch weitgehend symptomlos. Sicherheit bringt letztendlich nur ein Test.

Welche Symptome bei welcher Erkrankung?

  • Viele Corona-Erkrankte bekommen Fieber – wie bei einer Grippe. Doch die Symptome einer Grippe kommen ganz plötzlich. Schlagartig geht es einem sehr schlecht. 
  • Müdigkeit, Abgeschlagenheit sowie Kopf- und Gliederschmerzen können bei beiden Erkrankungen vorkommen, häufiger jedoch bei einer Grippe. 
  • Trockener Husten: Ist es ein trockener Husten, wie eine Art Reizhusten ohne Schleimbildung.? Das spricht für Corona.
  • Kurzatmigkeit in Kombination mit trockenem Husten können bei Corona vorkommen.
  • Niesen spricht für eine harmlose Erkältung, denn dieses Symptom kommt weder bei einer Grippe noch bei Covid-19 vor.

Wer ist durch das Coronavirus gefährdet?

Infektionen mit dem Coronavirus verlaufen sehr unterschiedlich - das hängt stark vom Alter und von möglichen Vorerkrankungen des Patienten ab. Auch das Geschlecht spielt eine Rolle. Die Zahlen zeigen es immer deutlicher: Weltweit erkranken Männer schwerer an Covid-19 und sterben häufiger an Corona als Frauen. Dafür gibt es noch keinen eindeutigen Grund, aber erste Vermutungen. Entscheidender Faktor: ungesunde Lebensweise und Ernährung. Auch Raucher haben ein erhöhtes Risiko an Covid-19 zu erkranken. Weniger gefährdet scheinen Kinder und Schwangere.

Was tun, wenn der Verdacht auf Covid-19 besteht?

Wenn man einen begründeten Verdacht hat, am Coronavirus erkrankt zu sein, sollte man auf keinen Fall einfach so zu seinem Hausarzt oder in die Klinik gehen. Wichtig ist, vorher beim Arzt anzurufen und einen Termin auszumachen, um eine mögliche Verbreitung des Virus zu verhindern. Dort wird dann ein Test gemacht.

Gibt es eine Impfung oder Medikamente gegen Covid-19?

Derzeit gibt es kein Medikament und keine Impfung gegen das Coronavirus. Forscher arbeiten aber mit Hochdruck daran. Während eine Impfung gegen das Coronavirus auf sich warten lässt, läuft die Forschung für ein Mittel gegen die Lungenkrankheit auf Hochtouren. Am vielversprechendsten ist derzeit das Medikament Remdesivir, das in Europa vorläufig zur Behandlung von Corona-Patienten zugelassen wurde. Zumindest die Symptome können mit bisher gängigen Medikamenten gelindert werden. Darüber hinaus ist Bettruhe, viel Flüssigkeit und unter Umständen eine Unterstützung der Atmung sinnvoll. 

Grippesaison ist vorbei

Die Hauptsaison der echten Grippe, auch Influenza genannt, ist vorbei. Influenza-Viren sind empfindlich gegenüber Hitze und UV-Strahlen, deshalb grassieren sie vor allem zwischen November und März. Deswegen ist eine Infektion zurzeit eher unwahrscheinlich. 

Symptome einer Grippe 

Grippe beginnt oft schlagartig, viele fühlen sich innerhalb einer Stunde "richtig" krank. Meist bekommt man hohes Fieber (über 39 Grad). Die Frage, ob man noch zur Arbeit geht oder nicht, stellt sich erst gar nicht, weil man nur noch im Bett liegen kann. Schnupfen und starke Glieder- und Muskelschmerzen gesellen sich häufig dazu. 

Grippe: Risikogruppen sind besonders gefährdet

Für Risikogruppen bedeutet eine Grippe-Erkrankung eine echte Gefahr, denn das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist erhöht. Die Grippe kann lebensgefährliche Komplikationen nach sich ziehen - die bedeutendsten sind eine bakterielle Lungen- oder eine Herzmuskelentzündung. Beide können tödlich enden. Diese Verläufe müssen schnellstens mit antiviralen Medikamenten behandelt werden, sonst kann es vor allem bei immungeschwächten Personen zu lebensgefährlichen Komplikationen kommen. 

Impfung gegen Grippe

Grippe-Viren sind listig und wandlungsfähig: Sie verändern sich ständig. Jedes Jahr muss daher ein neuer saisonaler Impfstoff entwickelt werden, der gegen die aktuellen Influenzaviren, die gerade im Umlauf sind, wirksam ist. Ältere Menschen und chronisch Kranke gehören zu den Risikogruppen, die sich impfen lassen sollten. 

Wenn einen die Sommergrippe erwischt

Vorab: Die sogenannte Sommergrippe hat mit der echten Grippe nichts gemein, sondern ähnelt eher einer harmlosen Erkältung. Sie ist besonders gemein, denn sie erwischt einen häufig bei traumhaft heißem Sommerwetter. Wenn man nassgeschwitzt in ein klimatisiertes Auto steigt oder den kühlen Luftzug im U-Bahnhof genießt, kann man sich schnell so eine Sommergrippe einfangen. Sie wird durch hitzeresistente Erkältungsviren verursacht und beginnt langsam mit einem Kratzen im Hals. Auch wenn es viele verdrängen: Im Sommer kann man sich auf dem gleichen Weg anstecken wie im Winter. Selbst bei aller Vorsicht lässt sich eine Sommergrippe nicht immer vermeiden - ähnlich wie eine Erkältung. 

Erkältungen - lästig, aber meist harmlos

Eine Erkältung - beziehungsweise ein grippaler Infekt - ist eine einfache Infektion der oberen Atemwege. Ausgelöst werden Infektionen durch etwa 200 verschiedene Viren, die durch Schmier- oder Tröpfcheninfektion übertragen werden. Die Viren vermehren sich in den Schleimhäuten der oberen Atemwege. Nasskaltes "Schmuddelwetter" begünstigt die Verbreitung der Erkältungskrankheiten. 

Erkältung - Husten, Schnupfen, Heiserkeit 

Bei einem grippalen Infekt herrscht der Schnupfen vor und man fühlt sich schlapp. Typische weitere Symptome: leichteres Fieber, Gliederschmerzen, Halsschmerzen, Husten. Viele schleppen sich auch dann noch zur Arbeit - wenig sinnvoll, da so die Heilung nur verzögert wird und die Kollegen angesteckt werden. Lieber sollte man sich zu Hause auskurieren und viel trinken. Auch Inhalationen und Nasenduschen erleichtern die Symptome. Eventuell kann man seine Symptome auch durch schleimlösende Präparate lindern. 

Covid-19, Grippe oder Erkältung: Nur ein Test kann Aufschluss geben

Da gerade bei einem milden Verlauf von Covid-19 eine Unterscheidung zu einer Erkältung oder Grippe kaum möglich ist, kann nur ein Test helfen. Es gibt inzwischen verschiedene Tests für das Corona-Virus. Der gebräuchlichste ist ein CPR-Nachweis des Virus im Nasen- oder Rachenabstrich. Bei einem positiven Ergebnis ist dieser Nachweis von SARS-CoV-19 sehr sicher. Allerdings kann der Test fälschlicherweise negativ ausfallen, weil nicht zu jedem Zeitpunkt im Infektionsverlauf Viren im Rachenabstich auftauchen. Insbesondere am Anfang einer Corona-Infektion ist dieser Test offenbar sehr zuverlässig.

Antikörper-Tests weisen dagegen Antikörper auf das Virus im Blut nach. Die entstehen allerdings erst ein bis zwei Wochen nach einer Infektion während der Erkrankung. Bislang ist auch noch nicht klar, wie zuverlässig Antikörper-Schnelltests sind.